Trauer

Zu trauern und zu weinen ist menschlich

Trauer ist eines der echten Grundgefühle des Menschen. Durch sie verarbeiten wir Erlebnisse wie z.B. Enttäuschungen oder Verluste. Wenn wir nun Trauer als Gefühl irgendwann grundsätzlich „abgeschaltet“ haben, um sie und den Schmerz nicht mehr fühlen zu müssen, so sind in der Regel die allgemeine Lebendigkeit und Fähigkeit zur Freude ebenfalls eingeschränkt oder blockiert. Außerdem ist der Entwicklung einer Depression Tür und Tor geöffnet.

Traurigkeit unterscheidet sich vom Mechanismus her deutlich von dem der Depression. Depression bedeutet, dass hier etwas gewaltig feststeckt, der Mensch in eine – unbewusst ausgelöste – Starre und Leblosigkeit auf verschiedenen Ebenen geraten ist.

Sie wissen sicherlich, wie befreiend und lösend es ist, einmal richtig zu weinen!

 

Trauerphasen nach Elisabeth Kübler-Ross

Diese mutige Frau hat sich gegen damals etablierte Kreise gestellt und tatsächlich Interviews mit Sterbenden geführt. 1969 veröffentlichte Sie ihre Ergebnisse in „Interviews mit Sterbenden“. Diese bis heute gültigen Phasen gelten nicht nur für das Sterben, sondern grundsätzlich jede Art von Verlust. Dort laufen die emotionalen und psychologischen Prozesse dann oft weniger ausgeprägt oder auch unbewusst ab. Je nachdem, wie bedeutsam der Verlust ist.

Diese Trauerphasen zu durchlaufen ist die normale und gesunde Trauer!

 

  1. Leugnung – Nich-Wahr-Haben-Wollen der Realität:
    „Er ist nicht tot, du lügst! Das ist ein Irrtum! Das kann nicht sein!“ usw.
    „Sie kommt bestimmt bald wieder“ usw.
  2. Mobilisierung von Aggression (oder Überaktivität als mildere Form)
    Die Suche nach Schuldigen und die Anklage an die Gesunden, Gott usw.
    „Die Ärzte haben ihn umgebracht.“
    „Warum hat er auch geraucht?“
    „Wenn nur….“
  3. Verhandeln wollen
    Mit Gott, dem Schicksal. Es ist das Spiel mit der Illusion.
    Es wird geglaubt, dass Zauberei, Beten, Opfer für einen Gott, Buße, Selbstbestrafung oder Wünschen helfen könnten
  4. Die Aggression wird nach innen gerichtet – Depression
    Es kommt zu Schuldgefühlen, Selbstanklagen und ggf. zu selbstquälerischen Depressionen – bis hin zum Suizid.
    Die ohnmächtige Wut über den Verlust wird an sich selbst ausgelassen.
    „Warum habe ich nur nicht…?“
    „Hätte ich doch nur…“
    „Jetzt, da er weg / tot / ist, hat alles keinen Zweck mehr.“
  5. Schrittweise Akzeptanz der Realität und Versöhnung mit dem Schicksal
    Es kehrt wieder seelischer Frieden ein, es wird sich wieder dem Leben zugewendet und Lebensfreude kommt zurück.
 

Trauer als eines der 5 menschlichen Grundgefühle – im Erlebenszyklus

Unten sehen Sie eine Grafik. Diese zeigt, wie jegliche menschliche Handlung mit dem „Intentionsgefühl“ (Absicht) beginnt. Dies ist oft unbewusst, sobald es bewusst wird, erlebt der Mensch es als <