Dieser Text entstand als wegen Corona eine Woche geschlossen war und ich mich langweilte

Nein, es war nicht geschlossen, da ich mich dem Wahnsinn nicht anschließe. Außerdem langweile ich mich in der Praxis nie, es gibt immer etwas zu tun. Lesen Sie den humoristischen Versuch, das Theaterstück "Corona auf Feldzug" aufzulockern.

11.3.2020

 

Als die Welt untergeht

 

Das rechte Regal bei Penny war leer, unten hinten lag noch 1 aufgerissenes Paket Nudeln herum.

Das linke Regal war fast leer.

Es gab keine Wagen mehr, seine alte Plastiktüte musste reichen. Auch diese Art Tüten gibt es ja schon lange nicht mehr.

Es war der 11. September 2020.

Erschöpft schlurfte er durch die Gänge und pickte sich was von den Resten zusammen. Mittlerweile waren die Liefer-Engpässe bei Mundschutzmasken, Küchenrollen, Kanistern mit Desinfektionsmitteln und Plastikhandschuhen ja überwunden.

"Wie schlimm war das noch im Februar" seufzte er. "Da waren wir echt unterversorgt!" Schön, dass die Regierung und die Wirtschaft es nun nach Monaten geschafft hatten, diese Produkte für alle ausreichend zur Verfügung zu  stellen.

Erleichtert atmete er tief durch. Wie gut, dass man für uns sorgt!

Dass es mittlerweile auch hier in Hamburg Bananenrepublik geworden war, musste halt akzeptiert werden - wie sollen wir sonst den Kampf gegen das böse Corona gewinnen? Ohne Opfer geht das nicht!

 

An der Kasse war es prima, denn das Bargeld ist ja im Sommer 2020 abgeschafft worden. Im Rahmen eines Notstandgesetzes zur Verhinderung einer existentiell vernichtenden Pandemie mit diesem CO2-Virus (oder so ähnlich hieß es doch gleich) war das geschehen.

Die Vorbereitung auf diesen Schritt hatten die Eliten ja schon Jahre zuvor begonnen, die Generalprobe für alles fand dann auf dem Event 201 im Oktober 2019 in New York statt. 

 

Zurück zur Kasse:

Keine ältere Dame (oder korrekt gegendert: kein älterer Herr oder kein älteres Etwas) kramte entzückt mit "ich hab's passend!" nach Kleingeld und alles wurde kontaktlos von der Karte eingezogen. Man brauchte diese noch nicht einmal mehr zu zücken.

So konnten die pro Kopf zwei Einkaufswagen rasch abgewickelt werden.

 

"Einfach klasse" freute Hans sich.

 

Auf den Straßen war es leer. Schon länger. Denn ohne die per Handy beim Einwohnermeldeamt beantragte und dann genehmigte Ausgangserlaubnis (zum dringenden wöchentlichen Hamsterkauf, zum Notfall-Arztbesuch oder Arbeitsplatz, wenn Heimarbeit nicht möglich war) durfte keiner mehr raus. Es war wirklich ein Segen! Hans fühlte sich nun endlich sicher nach dem monatelangen diffusen Rumgeeier der Regierung. Weder Spahn noch Merkel machten eine klare Ansage.

 

Zum Glück gab es die WHO - die Weltgesundheitsorganisation. Der oberste Wächter für das Wohlergehen der Menschen. Erst nicht sehr selbstbewusst, dann aber zunehmend, wurde der Ernst der Lage kommuniziert. Das pandemische und katastrophale Ausmaß mit unzähligen Toten im Laufe der letzten Monate ließen Tedros Adhanom Ghebreyesus als Chef der WHO dann schließlich doch energisch den internationalen Notstand ausrufen.

 

Hans verzieh der WHO, dass sie seit SARS 2003/ 2004, über Schweine-, Vogel-, Affen- und Clownsgrippe nur heiße Luft und Panik verbreitet hatte. Und sich alles im Nachhinein als null- und nichtig relevant erwiesen hatte.

Nun ist es bestimmt wirklich schlimm!

"Es ist doch besser, vorsichtig zu sein", murmelte er vor sich hin, während mit seinen Einkäufen in der Plastiktüte die Straße entlang schlurfte. "Wenn das Kind erstmal in den Brunnen gefallen ist, kann man es ja nicht mehr rausholen."

 

Die Ausgeherlaubnis erforderte, den kürzesten, schnellsten und umwegfreisten Rückweg einzuschlagen. Hunde sah man keine mehr. Für Gassi gab es keine Sondergenehmigungen. Sie vegetierten entweder bei Herrchen oder Frauchen oder Eschen zu Hause vor sich hin oder waren bereits eingeschläfert worden. Vielleicht sind sie auch an einer Mensch-zu-Hund-Mutation von "Corinna" erkrankt und dramatisch daran gestorben.

 

"Corinna" - so hatte er vor Monaten das Corona-Virus liebevoll getauft... Denn es ist doch besser, den Feind anzunehmen und anzuerkennen als gegen ihn zu kämpfen. Seine spirituellen Ausflüge, die er im Leben bisher so unternommen hatte, lehrten ihn doch, dass man alles annehmen sollte. Das sei gesünder und bestimmt sehr achtsam.

 

Bald kam er an dem Mehrfamilienhaus in Eppendorf an. Altbau. 3. Etage. "Nützt nix", stöhnte er und kramte den Schlüssel aus der Tasche. Mütze und Schal behielt er an, denn auch im Treppenhaus war es kalt. Seit Herbstbeginn war es kalt. Der Senat der Hansestadt Hamburg (allen voran die Grünen) hatte verordnet, dass diesen Winter wegen der globalen Wirtschaftskrise durch Corinna nur noch bis zu 12 Grad Celsius Raumtemperatur genehmigt werden. Die Bereitstellung von Fernwärme, Öl oder Gas für die Heizungsanlagen wurden entsprechend budgetiert. Die Lücke der Kerzen und Fondue-Brenner hatten sie allerdings vergessen und nicht geschlossen. Und sowieso waren diese meistens ausverkauft.

 

Verkniffen musste er wiederum an das "mach dir warme Gedanken!" seines verhassten Stiefvaters denken.  Wenn er als 10-Jähriger mit auf diese ätzenden Winterspaziergänge seiner Mutter und dieses Menschen gezerrt wurde, froren ihm regelmäßig nach einer halben Stunde alle Füße ein.

 

Oben angekommen,  riss endlich der eine Henkel der Plastiktüte ab. Er hatte den Backofen vorhin auf 100 Grad eingeschaltet und offen gelassen, so waren es jetzt immerhin ungefähr 15 Grad. 3 Grad über dem Erlaubten. Ein kleines schlechtes Gewissen regte sich doch. "Naja, wollen wir das mal nicht ganz so eng sehen" versuchte er, sich zu beruhigen.

 

Nachdem die wenigen Sachen verstaut waren, schaute er aus dem Fenster. Die Tankstelle da hinten war seit 3 Monaten nicht mehr in Betrieb, auch heute hatten irgendwelche Leute dort wieder ein Lagerfeuer gemacht, um sich die Zeit zu vertreiben oder zu wärmen. Es gab kaum noch Autos. Die Gesetzte zur leichteren Umsetzung von Kurzeitarbeit, Kündigung und Subvention der Sozialabgaben für Arbeitgeber hatten nun zu einer Arbeitslosenquote von 40% in Hamburg geführt. Irgendwas mussten die Leute doch tun. Ab und zu kamen Polizisten vorbei und schickten sie dann nach Hause. Mal mit, mal ohne Bußgeld.

 

Die Grünen hatten sich aber dafür eingesetzt, dass die Fahrradpreise auf 1000 Euro begrenzt werden, diese lagen wegen der Nachfrage zuletzt bei 1500 Euro. Darunter war nicht mal mehr ein 08-15-Rad zu bekommen, das in 2019 noch 300 Euro gekostet hatte. Die Scooter (E-Roller) sind zum Glück auch auf 3000 Euro gedeckelt und E-Autos auf 50.000 Euro für die Basisversion. Ein Glück. Wo wären wir sonst gelandet?

 

Wegen der Ausgangssperren, Arbeitslosigkeit und allgemein zunehmenden Depression wurde der ÖPNV (öffentlicher Personen-Nahverkehr) stark reduziert. Außerdem war der Fernverkehr mit Bahn, Fernbus oder Flugzeug zur unwichtigen und unerreichbaren Option degeneriert. Der lange sich nach Südwest erstreckende Startbahnbereich 23 in Fuhlsbüttel-Airport war vor Monaten deaktiviert und gesperrt worden. Es wuchs Gras und man sah auf der noch aktiven Bahn höchstens 5 Flieger pro Tag.

 

Die Taxis waren abgeschafft und es gab den Nachfolger von MOIA: VW-Caddy-Diesel. Aus ökonomischen Gründen hatte man den Anti-Diesel-Hype begraben und - erstaunlich realistisch - begriffen, dass Diesel-Technologie sehr modern und fortschrittlich war.

 

Hans sank unter 3 Wolldecken aufs Sofa und schaltete im Fernseher Kanal-1 ein. Es flimmerten Berichte über die gefährliche aber nun allmählich gut eingegrenzte Pandemie über den Schirm. Die weltweiten Lockdowns aller Städte über 7.000 Einwohner hatten ihre Früchte getragen. Die überhitzte Weltwirtschaft war nun endlich auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Die Börsen hatten Einbrüche um 80% verzeichnet und dümpelten nun auf diesem Nivea ... (äh Niveau) vor sich hin. Auch kam man mit den allgemeinen Zwangsimpfungen gut voran.

 

Weltweit saßen auch die Fridays-4-Future-Aktivisten sowe Extiction-Rebellionists mittlerweile satt und zufrieden auf ihren Sofas und meldeten sich ab und zu von dort medial zu Wort. "Wie gut, dass wir durch das Corona nun zu vernünftigen Lösungen und umweltbewusstem Verhalten gekommen sind."

 

Die Multi-Fernbedienung war überflüssig, denn außer Kanal-1 gab es keinen weiteren mehr. Im Sinne einer Einsparung von Steuergeldern und "Fokussierung" der Nachrichten-Portale hat man das so gemacht.

"Ist wirklich praktisch!", sagte Hans und seufzte. Auch gab es im Internet nur noch FaGoTuboPedia: einen primitiven Selbstinszenierungskanal mit der Möglichkeit, Posts zu hinterlassen, Likes zu geben oder es zu lassen sowie ständigen informativen Einspielungen von TruthPedia - ehemals Wikipedia.  Diese Inhalte schreiben nur noch "Fachleute", Trolls und sonstige Wahrheitshüter.

 

Für seichte Verblödungsunterhaltung mit gut platzierter Propaganda ist nun ordentlich gesorgt.

 

"Ich weiß gar nicht, was die Leute immer gegen Propaganda haben!", brummte Hans. Gut, wenn der Staat aufpasst. So sind wir doch vor all dem Müll geschützt und den ewigen Falschinformationen. Was die Leute sich doch alles für Schrott ausdenken, all diese Verschwörungstheorien und so weiter...  Diese Idioten, die meinen, 9-11, die Mondlandung, Corinna und vieles mehr seien reine Fakes. Dass sie von Eliten, hohen Polit-Gruppen, Rothschilds, Reichen, Bilderbergern, Clubs of Romians oder Freimaurern inszeniert worden waren... Alles Quatsch!

 

Hans merkte, dass er noch etwas Wichtiges vergessen hatte. Seine Ausgangssperre war noch eine Stunde gültig. Er brauchte noch sein antivirales Medikament gegen Corinna. Man hatte angeordnet, dass dies seit Sommer 2020 für mindestens 6 Monate 2x täglich genommen werden sollte. Und da Arztbesuche schwierig waren, bekam man das Zeug in den Apotheken einfach so. Sehr praktisch. Hans ging also - immer noch in Mütze und Schal - wieder runter. Dieses Zeug machte schlapp und schläfrig, aber was solls. Weltgesundheit geht vor. Herdenschutz und so weiter. Hans selbst wollte ja auch noch länger leben.

 

Die Apotheke lag auf der anderen Seite der 4-spurigen Straße. Zu faul, erst zur Ampel zu gehen, sprang er meist am Ende seiner Wohnstraße über diese große Straße. Links hörte er die Autos, sie waren noch weiter weg, also lief er los. Ein Busch nach rechts auf dem schmalen Grünstreifen, er schaute nochmal links und drüben winkte jemand, den er kannte. Es war ruhig. Er winkte zurück und lief draufzu.

Ein Riesenknall, quietschende Reifen und Hans war zunächst fast und nach kurzer Zeit definitiv tot. Das viertürige Elektroauto war halt zu leise aber schnell genug gewesen...

 

Es kamen kein Notarztwagen oder RTW mehr. Die Desinfektion war zu aufwändig.

Und Leichenwagen müssen nicht desinfiziert werden.

 

Lasst euch also eines sagen: mit oder ohne Corinna: wir sterben alle!

Und: glaubt nicht alles, was man euch vorflimmert!

Seid wachsam, was man euch in diesem Chaos alles verkaufen will!

Orwells "1984" lässt grüßen.

  

    Glauben  Sie nicht  alles,  was   Sie  denken  

  

 

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